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Öffentliche Fördermittel für Gründer

07.01.09 | Comment?

Wie schon erwähnt, richtet sich dieser Blog einerseits an Leute, die gerne mehr im Bereich Online Marketing wissen möchten, und andererseits an Gründungsinteressierte. Letzere sind wohl bisher ein wenig zu kurz gekommen.

Fabian Stein hat sich nun freundlicherweise bereit erklärt, sein Wissen über öffentliche Fördermittel für Gründer hier preiszugeben. Vielen Dank dafür und nun zum Artikel:

Öffentliche Fördermittel für Gründer

Wer ein Unternehmen gründen möchte, braucht nicht nur eine Idee, sondern auch ein gut ausgearbeitetes, tragfähiges Konzept. Um zu diesem zu gelangen, muss man häufig viel Zeit investieren. Ist das Unternehmen gegründet, vergehen zudem oft Monate, bis erste Umsätze auf dem Konto landen. Vielen, insbesondere jungen Gründungswilligen fehlt dafür einfach das notwendige Startkapital und sie stellen sich die Frage, wie sie in der Anfangsphase überhaupt ihren Lebensunterhalt finanzieren sollen.

Um die Gründung von Unternehmen zu fördern, hat die öffentliche Hand jedoch zahlreiche Förderprogramme aufgelegt. Im Fokus dieses Artikels stehen drei öffentliche Fördermittel, welche insbesondere den Lebensunterhalt von Gründern sichern. Im letzten Abschnitt finden sich Informationen zu weiteren öffentlichen Fördermitteln.

EXIST Gründerstipendium

Das EXIST Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) richtet sich an Hochschulabsolventen, Studierende sowie Wissenschaftlicher nicht gewinnorientierter Einrichtungen.

Durch die Förderung soll die Ausarbeitung eines umsetzungsfähigen Businessplans ermöglicht werden. Gefördert werden innovative Tech-Gründungen im produzierenden Gewerbe sowie innovative Dienstleistungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

Für ein Gründungsteam können bis zu drei Personen gefördert werden. Sie erhalten jeweils ein Jahr lang ein monatliches Stipendium i. H. v. EUR 2.000 (Absolventen) bzw. EUR 2.500 bei Promovierten und EUR 800 bei Studierenden. Zudem können Sachausgaben bis zu EUR 10.000 gefördert werden (bis zu EUR 17.000 bei Teamgründungen). Des Weiteren werden bis zu EUR 5.000 Beratungskosten übernommen.

Die Abwicklung läuft über eine Hochschule, die zum EXIST-Netzwerk gehört. Bei dieser muss der Gründer ein Ideenpapier einreichen und einen Mentor für die technisch-fachliche Betreuung benennen. Die Hochschule reicht den Antrag beim Projektträger Jülich ein. Nach ca. drei Monaten kann man mit einer Entscheidung rechnen. Im Erfolgsfall kommt es dann zu einem Vertrag zwischen dem Gründer und der Hochschule.

Weitere Informationen finden sich direkt bei EXIST.

BHT Gründerstipendium

Das BHT Gründerstipendium richtet sich an Gründer unter 40 Jahren mit Wohnsitz in Berlin. Gefördert wird die Umsetzung einer technologischen Geschäftsidee oder produktionsnahen Dienstleistungen. Es eignet sich also für Gründer, die schon einen ausgereiften Businessplan haben und loslegen möchten. Das BHT Gründerstipendium ist auch als Anschlussförderung nach einer EXIST-Förderung sinnvoll.

Über 1,5 Jahre werden pro Team monatlich EUR 2.000 Stipendium gezahlt. Darüber hinaus stellt die Beuth Hochschule für Technik (BHT) Büroräume, Labore und Infrastruktur zur Verfügung und übernimmt bedarfsabhängig Sachmittelkosten (im Schnitt ca. EUR 4.000 bis 5.000 pro Jahr).

Um ein Stipendium kann man sich zu zwei Terminen im Jahr unter Einreichung eines Businessplans bewerben. Nach der Prüfung durch drei Gutachter erfolgt die Präsentation vor einer Jury. Im Erfolgsfall wird danach ein Vertrag zwischen Gründer und BHT geschlossen.

Weitere Informationen finden sich direkt bei der BHT. Ein ähnliches Programm gibt es auch in Hamburg (Hamburger Existenzgründungs Programm).

Gründungszuschuss

Die Agentur für Arbeit fördert den Schritt in die Selbständigkeit, indem sie Empfängern von Arbeitslosengeld I (ALG I) einen Gründungszuschuss zahlt. Voraussetzung ist, dass man noch mindestens 90 Tage Anspruch auf ALG I hat.

Der Gründungszuschuss wird 9 Monate lang gezahlt und ist so hoch wie das letzte ALG I. Zusätzlich wird ein Zuschuss für soziale Absicherung i. H. v. EUR 300 gewährt. Die Verlängerung dieses Zuschusses um weitere 6 Monate ist grundsätzlich möglich.

Um den Gründungszuschuss zu erhalten, muss man einen kurzen Businessplan zusammen mit einer fachkundigen Stellungnahme (z.B. von der IHK oder einem Steuerberater) bei der Agentur für Arbeit einreichen. Des Weiteren wird ein Lebenslauf benötigt sowie eine Aufstellung der Kosten der privaten Lebensführung. Nach etwa 2 Wochen erhält man seinen Bescheid.

Weitere Informationen finden sich direkt bei der Agentur für Arbeit.

Weiterführende Informationen zu öffentlichen Fördermitteln für Startups

Neben den genannten Stipendien gibt es viele weitere öffentliche Fördermittel für Startups, beispielsweise Beratungszuschüsse, Personalkostenzuschüsse oder günstige Kredite.
Die folgende Präsentation wurde auf Gründerszene.de veröffentlicht. Sie stellt die wichtigsten öffentlichen Fördermittel für Startups sowie die geltenden Rahmenbedingungen vor.

Darüber hinaus gibt es Informationen bei den Industrie- und Handelskammern sowie bei den öffentlichen Förderbanken der Bundesländer (für Berlin ist das z.B. die Investitionsbank Berlin) und der KfW Mittelstandsbank. Ebenso kann ein Blick in die Förderdatenbank und das Existenzgründerportal des BMWi nicht schaden.

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