Gerade habe ich im Spiegel ein Interview mit Max Mosley gelesen. Dieser Mann muss ein verdammt großes Selbstbewusstsein haben. Ich hatte mich eigentlich immer schon gewundert, wie Mosley es geschafft hat trotz des “Nazi-Nutten-S/M-Skandals” Vorsitzender der FIA zu bleiben. Einen schlimmeren Skandal, der die eigene Authorität auf allen möglichen Ebenen eigentlich für immer untergraben müsste, kann ich mir nicht vorstellen.
Mosley’s Antworten gefallen mir ziemlich gut. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und verteidigt sich offensiv. Die Meisten hätten sich wohl am liebsten für immer in einem Erdloch verkrochen, aber Mosley meinte, er wäre so wütend über die unrechtmäßige Veröffentlichung gewesen (die ganze Nazi-Geschichte war wohl gelogen), dass er einfach die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen wollte.
Ich finde dies ist wirklich ein beeindruckendes Beispiel für erfolgreiches Krisenmanagement. Die Wahrnehmung der Situation ist wahrscheinlich bei den meisten Menschen gleich: “Nazi-Nutten, S/M: Oh Gott – Ich bin erledigt!” Aber die sich daraus ableitende Handlung kann völlig verschieden sein. Mosley hat dafür gekämpft, dass die einzigen Vorwürfe, die nicht zu entschuldigen sind (dass er ein Nazi Sympathisant wäre), entkräftet werden und ist der Auffassung, dass der Rest seine Privatsache ist. Stimme Ihm da völlig überein. Respekt!
Hier noch mein Lieblingszitat aus dem Interview (angeblich von Ecclestone): “Fünf Nutten für fünf Stunden für nur 2500 Pfund – das ist der beste Deal, von dem ich je gehört habe.”
Tags:Durchsetzungsfähigkeit, Max Mosley